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Hintergrundinfo

An der amerikanischen Harvard-Universität gibt es ein „Open Source“ Projekt juristischer Online-Beratung: Das „Open Law Projekt“. 

Dazu schreibt Linus Torvalds, der „Open Source Erfinder“ in seinem Linux-Buch (S. 242):
Heute breitet sich der Open-Source-Gedanke auch jenseits von Technik und Wirtschaft aus. An der juristischen Fakultät der Harvard-Universität haben die Professoren Larry Lessig (der heute in Stanford lehrt)  und Charles Nesson das Open-Source-Modell auf das Rechtswesen übertragen. Sie begannen das Open Law Projekt, das sich auf ehrenamtliche arbeitende Anwälte und Jurastudenten stützt, die Meinungen und Rechercheergebnisse auf der Website des Projekts veröffentlichen und so die Vorbereitung von Anträgen und Schriftsätzen unterstützen, die das amerikanische Gesetz zur Erweiterung des Urheberrechts (United States Copyright Extension Act) anfechten.  Dahinter steht die Theorie, dass die stärksten Argumente entstehen, wenn möglichst viele juristische Köpfe an einem Projekt zusammenarbeiten und durch Postings und deren Beantwortung ein Berg von Informationen zusammenkommt. Die Website faßt die Vor- und Nachteile gegenüber der herkömmlichen Vorgehensweise prägnant zusammen: „Wir gehen davon aus, daß der Gewinn an Darstellungstiefe und Argumentationsbreite den Verlust an Geheimhaltung aufwiegen wird.“


Die Grundphilosophie: Allein bist du wenig, nur gemeinsam mit anderen bist du stark und kreativ. Statt "jeder gegen jeden" heißt es jetzt "jeder mit jedem"! Voneinander lernen und dem anderen helfen, selbst wenn er Konkurrent oder Mitbewerber ist.

Menschen arbeiten nach der Vorstellung selbstorganisiert ohne Hierarchien und starre Organisationsstrukturen gemeinsam an Projekten, die durch vier Faktoren  charakterisiert sind:

 - freiwillige Zusammenarbeit
 - Offenheit
 - eine Kultur des Teilens
 - globales Handeln

Augenfälligstes Beispiel ist das Online-Lexikon Wikipedia, das Tausende von „Leser-Nutzer-Entwicklern“ zur Mega-Enzyklopädie des 21. Jahrhunderts ausbauen und ausgebaut haben. 

Andere bekannte Beisiele sind die Open Source Software-Entwicklung Linux und die Goldcorp-Challenge.

Open Source wurde ermöglicht durch das Internet, d. h. eine globale Infrastruktur, in der die Kollaborationskosten der Bündelung von Arbeit, Wissen und Kapital nahezu wegfallen. 

Für die Anwaltschaft bedeutet das:

1. Open Source bietet revolutionäre Möglichkeiten für eine „neue“ Online-Rechtsberatung, die bis jetzt undenkbar waren.  

2. Open Source verändert grundlegend die Art und Weise der „Erstellung von Rechtsberatungsprodukten“. So wie Wikipedia die herkömmliche Art und Weise der Lexikon-Erstellung grundlegend verändert hat. Und damit dem konventionellen Hersteller der Encyclopaedia Britannica erhebliche Kopfschmerzen bereitet hat.

3. Open Source eröffnet eine neue Dimension kanzleiübergreifender Wertschöpfung, bei der unbegrenzt viele Anwälte gleichzeitig dieselbe Mandatsakte bearbeiten können.



















** Umfasst nicht die Prüfung der Erfolgsaussicht eines Rechtsmittels (§ 34 I 1, letzter Halbsatz RVG)